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Gordon Highlanders Austria

Interessanter illustrierter Bericht: Der schottische West Highland Way

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Die Highland Games in Donnerskirchen, Burgenland

Ein vergnüglicher Bericht von Mag. Peter Csar, Laird of Glencairn

(Der Klick auf ein Bild vergrößert es in einem eigenen Fenster!)

DonnerskirchenWie jedes Jahr, fand auch heuer wieder am ersten Sonntag im August das Highland-Games-Spektakel im burgenländischen Donnerskirchen statt. Wie auch schon im letzten Jahr parkte ich meinen Wagen gegen 10 Uhr unweit des Bahnhofs von Donnerskirchen, doch während voriges Jahr dicke, schwere Regenwolken aufzogen, aus denen schon bald die ersten Tropfen fielen, kündigte sich heuer ein makelloser, heißer Sommertag an - also kein "nice Scottish weather" - wie unpassend...!! Ja, es war eigentlich gerade umgekehrt gewesen. Auf dem relativ kurzen Weg von Wien hierher hatte es trüb aus ein paar tiefhängenden Schwaden getröpfelt, und da mich der Chief ein paar Tage vorher gebeten hatte, den Regenschirm nicht zu vergessen, machte ich mich auf eine mit Dudelsackklängen untermalte Dusche gefaßt. Doch am Scheitelpunkt des imposanten Leithagebirges geschah das schottisch/burgenländische Wunder - mit einem Schlag klarte es auf, und der Neusiedler See sonnte sich vor mir im tiefsten Blau, das sein seichtes Gewässer spenden konnte.

Arrival Als wir bei der Bahnhofswiese ankamen, war bereits erstaunlich viel los. Dennoch war es mir gelungen, meinen mit der URL meines Schottlandportals reich geschmückten dunkelgrünen Audi A6 Avant erfreulich werbewirksam vis-á-vis des Wettkampfgeländes abzustellen. Nachdem sich meine Verlobte Christine einen Sitzplatz neben der Wiese erkämpft hatte, zog ich los, um den Chief zu finden und mit ihm etwas über die Highland Games in Schottland zu fachsimpeln. Dabei blickte ich in gar viele Gesichter, und waren die Mienen voriges Jahr wegen des trüben Wetters noch reichlich finster gewesen, so waren sie dieses Jahr locker, entspannt und voll Tatendrang.

Braemar Games Ja, und dann fand ich den Chief wirklich in dieser bereits auf mehrere hundert Leute angewachsenen Menge. Viel Zeit war zwar nicht, aber ein kurzer Plausch über den Inbegriff der Hochlandspiele war unvermeidbar - jenen von Braemar, diesem kleinen und doch so weltberühmten Ort in der Einsamkeit des schottischen Cairngorm-Massivs, wo mir in der ehrwürdigen Anwesenheit der britischen Königin ein wahrhaft unvergessliches Spektakel dargeboten worden war, und der Chief vertraute mir an, wie gerne er einmal an diesen Spielen teilnehmen würde. Vergleiche zu ziehen vermieden wir jedoch beide tunlichst.



The cup for the winner Halb zwölf schlug´s, und 27 Männerteams zu je zwei Partnern und 10 Frauen wurden im Schatten des pompösen Siegerpokals nominiert. Ja, liebe Leser! Sie haben richtig gehört! Nach der Premiere zum Jubiläum des 10. Events im Vorjahr gab es auch heuer wieder die Chance für das "schwache" Geschlecht, sich im harten Männerwettkampf zu bewehren! Nachdem um halb zwölf damit begonnen worden war, die einzelnen Teams "auszulosen" (merkwürdig war daran, daß sich die Teampartner offensichtlich mehr als gut kannten ...) und jeder Teilnahmer seine Kriegsbemalung - sprich: seine Teamnummer - auf das Handgelenk gepinselt bekommen hatte, wurden noch die Namen der tapferen Recken in den Äther gerufen, einige Falschparker aufgefordert, doch nicht den Einzug der tapferen Schotten mit Österreich-Connection zu vereiteln und der dringliche Hinweis darauf mehrmals wiederholt, was der Schotte unter seinem Kilt zu tragen hat (was später von immenser Bedeutung für einen der Teilnehmer sein sollte!).

The marching in of the competitors Um Punkt 12 Uhr war es dann soweit! Der Falschparker aus Graz war vertrieben, der Schwur auf einen textilfreien Bereich unter dem Schottenrock geleistet, die Pipe Band vergattert und die Highlander mit österreichischem Paß dahinter versammelt worden. Die Sonne brannte bereits gnadenlos auf die mehr oder weniger eingecremten Häupter und Gliedmaßen von bereits über 1000! Besuchern herab, und sogar der ORF hatte es sich nicht nehmen lassen, ab jetzt aufzuzeichnen - nein, nicht mit Blei und Block! Tatsächlich - mit Kamera und Film für die leibhaftigen "Bundesland heute"-Nachrichten! Ich hatte mich an meinen von Christine mit Zähnen und Klauen verteidigten Sitzplatz zurückbegeben und schoß das erste Bild - vom triumphalen Einzug der glorreichen Held(innen).

Throwing the hammer Throwing the hammer Der erste Bewerb für die wackeren Streiter(innen) war das Steinwerfen der Männer. Zwar ging das leise Dudelsackspiel (ich glaube, es kam ebenfalls aus einer elektronischen Quelle) im dumpfen Heldenlied der Popgruppe Queen unter, die "We are the Champions" zum Besten gab, doch dies tat der wallenden Stimmung keinen Abbruch, als sich das erste "g´standene" Mannsbild am 17 kg schweren Gerät zu schaffen machte. Bei ihm legte man die Latte zu Beginn noch auf magere 2 Meter Höhe - eigentlich eine bodenlose Frechheit, und so fegte das silberne Eisentrum im hohen Bogen über das Hindernis. Der Platzsprecher aber erkannte bald die Sinnlosigkeit des Kräfteverschleisses und forderte die emsigen Lattenträger schließlich immer wieder lautstark auf, das viel zu dünne Brettchen gleich auf die 3-Meter-Verankerungen zu legen, was bei der fachkundigen Jury manchmal Stirnrunzeln auslöste. Schaffte ein Highlander die 4-Meter-Marke, so stand ihm/ihr zur allgemeinen Stärkung??? ein Stamperl Whisky zu, das er/sie sich gleich darauf an einer der Buden abholen konnte. Leidtragend waren vor allen die armen, keuschen Latten, von denen um ein Haar zu wenig vorhanden gewesen wären - naja, bedenkt man, daß allein das Hammerwerfen an die drei Stunden dauerte, so kann man sich unschwer vorstellen, welchen Verschleiß an Latten es da gab. Das Bild links oben zeigt einen der vielen unverblümten Lattenfrevel.

Throwing the hammer Für den späteren Sieger hätte die Länge der dünnen Haltepfosten übrigens fast nicht gereicht. Er scheiterte erst, nachdem man die Latte auf die Pfostenenden in über 5,5 Metern Höhe gelegt hatte. Danach waren die Damen der Schöpfung an der Reihe. Sie schwangen einen leichteren, 6,5 kg schweren Hammer, was jedoch das spektauläre Erscheinungsbild dieses Events mit absolutem Seltenheitswert kaum schmälerte. Auch von ihnen erreichte ein gerüttelt Maß die Whiskyhöhe von 4 Metern, und bei einigen der starken Damen erschien ein Wettkampfbeginn bei 2 Meter ebenfalls als Farce. Die spätere Siegerin stand ihrem männlichen Pendant optisch in nichts nach, nur daß eben der Hammer um ca. 10 kg leichter war (vielleicht hätte ich das lieber für mich behalten sollen ...?). Dennoch! Respekt, meine Damen! Euer Auftritt hat dem Spektakel eine besondere Note gegeben!



Beer drinking contest Parallel zum Steinwerfen übten sich jene, die ihre Würfe bereits hinter sich gebracht hatten, am "Krügel", doch heuer war es kein Bierwetttrinken. Der Chief hatte es sich nicht nehmen lassen, sein Scherflein zum Kampf gegen das Komatrinken beizutragen und darauf bestanden, das Bier gegen echten Donnerskirchener Most auszutauschen.

Ob sich die Frequentierung der drei mobilen WC-Häuschen während und nach diesem Wettkampf beträchtlich erhöhte, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Die Auslastung wird aber im Gegensatz zum Vorjahr heuer sicherlich signifikant zugenommen haben - na, dann Prost!



Rope pulling Nach dem spannenden Wettkampf des Steinhebens folgte eine weitere Disziplin, in der auch Damen am Start waren - das Seilziehen. 27 Teams traten gegeneinander an, das 27. gegen zwei "Lucky Loser", die ausgelost wurden - und prompt ins Finale aufstiegen, das nach dem nächsten Bewerb stattfand. Hey! Da glühten die Gesichter, wölbten sich Muskeln, und ich wartete nicht ohne Schadenfreude auf den derben Plumps ins knochentrockene Gras, den somancher berockte Kämpe mit erstaunlicher Perfektion zur Schau stellte, sobald das dicke Tau am anderen Ende losgelassen wurde.


Avoid by all means to wear something under the kilt! Der erste Durchgang im Seilziehen brachte einen schamlosen und unverzeihlichen Frevel der übelsten Art ans Licht. Zwar war er mir als aufmerksamen Beobachter nicht aufgefallen, aber jemand in der Jury, der über die nötigen Argusaugen verfügte, mußte wohl speziell darauf angesetzt worden sein. Schon hatten sich die ersten Teilnehmer des nächsten Wettkampfes in Stellung gebracht, da wurde ES publik! Der Platzsprecher unterbrach die Spiele und verkündete die ungeheuerliche Missetat mit dröhnender Stimme. Sogleich wurde der Übeltäter ergriffen. Erbarmungslos faßte man ihm unter den Kilt - und da lag das Corpus Delicti auch schon zu seinen Füßen. Stolz präsentierte man die erbeutete Trophä der gaffenden Menge und mißbrauchte eine lange Latte, um sie als Warnung und Abschreckung an den höchstgelegenen Haken einer Hammerwurfstange zu hängen. Ein dumpfes Raunen ging durch das geschockte Publikum, hie und da zaghaftes Gelächter, dann ohrenbetäubender Applaus, und irgendwo, im tosenden Klatschen untergehend, mengte sich der verzweifelte Schrei nach einer Zugabe.

Pulling the barrel The Mayor of Donnerskirchen Nun sah das Programm einen Wettbewerb vor, der für die Weinbaugemeinde Donnerskirchen typisch war, und mit echten Highland Games eigentlich nichts zu tun hatte - das Fasslrollen. Vom - Armin Assinger würde wohl "Unterbruch" dazu sagen - Abwarten der vorangegangenen Exekution schon ziemlich entnervt, gingen die Teams 1 und 2 mit etwa zehnminütiger Verspätung an den Start dieses laut den Regeln reinen Männergefechts. Jeder der beiden Teampartner mußte, ein bauchig schweres Weinfaß vor sich herschiebend, einen mit tückisch plazierten Bojen gespickten Kurs durchlaufen und auf halbem Weg noch ein Achtel Wein, dessen Trauben natürlich in Donnerskirchner Weingärten gereift waren, hinunterschütten. Der Bürgermeister von Donnerskirchen, der es sich seit Anbeginn der Spiele noch nie nehmen ließ, in allen Bewerben seinen Mann zu stehen, mußte heuer leider auf einen Start verzichten. Das Bild rechts zeigt ihn bei seinem Auftritt im Vorjahr.

Pulling the barrel Nachdem die ersten 26 Teams gegeneinander angetreten waren, stand man wieder einmal vor einem fast unlösbaren Problem. Was tun mit Team 27? Grübel, grübel und studier ... das arme Team ohne Konkurrenz auf den Parkur schicken? Oh nein! Gar Teuflisches wurde da ersonnen, durchaus geeignet, um die beiden bedauernswerten Wichte bis in Grund und Boden zu blamieren! Rasch fanden sich zwei beherzte Damen, die Team 27, wissend, daß sie nichts zu verlieren hatten, zeigen wollten, wo der Bartl den (Donnerskirchner) Most herholt. Tatsächlich entpuppte sich dieser Bewerb als einer der spannendsten der Highland Games. Durch einen katastophalen Fehler bei der ersten Boje schon fast aussichtslos zurück, erschien der männliche Kontrahend (auf dem Bild im violetten Gefechtsanzug) erst dann bei der hemmenden Weinlabung, als sein weiblicher Rivale bereits fast den halben Kurs durchlaufen hatte, und tatsächlich konnte das blonde Sport-As ihren Vorsprung bis ins Ziel halten. Daß es im zweiten Lauf dann genau umgekehrt war, brachte wieder unerwartete Spannung in den Wettstreit, sodaß im Endeffekt beide Teilnehmer(in) fast gleichzeitig ins Ziel stürmten, das Männerteam aber seine Ehre mit einem hauchdünnen Vorsprung retten konnte.

Egg throwing Völlig neu war heuer das sogenannte Eierwerfen. Angekündigt durch das Heranschaffen von aberdutzenden von zum Bersten gefüllten Eiertricherl mußten die schottischen Helden nun beweisen, daß sie auch ein gerüttelt Maß an Fingerspitzengefühl hatten. Jedes Zweierteam zersplitterte sich in einen Werfer und einen Fänger und hatte drei Versuche, ein rohes Ei unbeschadet möglichst weit zu schleudern bzw. zu fangen. Hei, war das ein spritziges Spektakel, und manch einer der wackeren Fänger trottete nach einem mißglückten Wurf mit hängendem Kopf vondannen, um seinen beklecksten Kilt abseits der Wettkampfwiese emsigen Reinigungskräften anzuvertrauen. Den Herrn auf dem Bild hatte es jedenfalls gehörig erwischt (die gelbe Zähre auf dem Kilt gehört NICHT zum Tartan!). Meine Bitte an den Chief! Dieser Bewerb sollte von nun an immer auf dem Programm stehen! Der Anblick ist einfach trollig!


Rope Pulling, 2nd run Es folgte des Seilziehens zweiter Durchgang, in dem es sprichwörtlich um die Wurst ging. Während die "Znirchterl"-Teams bereits ausgeschieden waren, traten nun die Kolosse gegeneinander an. Spannung war also vorprogrammiert. Um auf Bild zu bannen, was ich mir vorgenommen hatte (Ich wollte ein für allemal dokumentieren, was ein Schotte unter dem Kilt trägt), mußte ich diesen Bewerb durch den Sucher meiner Kamera miterleben und mich überdies für eines der beiden Tauenden entscheiden. Also wählte ich weise und wartete mit dem Finger am Auslöser. Das Ergebnis sehen Sie auf dem Bild oben links ... schade! Ich habe eine Zehntelsekunde zu spät abgedrückt, dennoch glaube ich, daß das Bild für sich spricht (Sie können es ja mit einem Klick darauf vergrößern!). Nun kannte ich aber auch den Grund, weshalb somanches Team besiegt vom Platz trottete. Schon zuvor war mir immer wieder aufgefallen, daß sich der eine oder andere "taufrische" Recke, am Boden dahinrutschend, rasch an den Kilt faßte und sein Team damit auf die Verliererstraße brachte ... weswegen wohl?

Tossing the caber - Ladies Tossing the caber - Ladies Nun, gegen 4 Uhr, standen noch zwei Bewerbe aus, darunter der wohl typischste aller Highland Games - das Baumstammwerfen (tossing the caber), und dieses Mal begannen die Damen. 3 Meter maß ihr Stamm, war 28 kg schwer. Da es bei den Damen keine Teams gab, fanden sich einige starke Herren, die ihnen dabei halfen, den gar nicht so leichten Bloch aufzunehmen, doch ihn werfen, das mußte jede von ihnen selbst tun. Nur wenn man sich bereits selbst an diesem schweißtreibenden Wettbewerb beteiligt hat, weiß man, wie schwierig es ist, den Stamm so von sich wegzustoßen, daß er sich nicht nur überschlägt sondern danach auch in gerader Linie und möglichst weit weg zu Liegen kommt. Ohne der Hilfe ausgeprägter "Muckis" geht da gar nichts, und die strammen Highlander-Mädls machten erstaunlich gute Figur - mein Kompliment!

Tossing the caber - Gents Tossing ther caber - Gents Es war bereits gegen half fünf, da machten sich 42 mehr oder weniger hünenhafte Streiter bereit, dem vibrierenden Publikum zu zeigen, wie man mit dem Goasbock ackert, der sich aber allzuoft als ziemlich störrisch erwies - mindestens die Hälfte aller Würfe gingen buchstäblich in die Hose ... Entschuldigung ... in den Kilt. Unser blonder Held (auf Bild zwei) bewies eindrucksvoll, welche ungeheure Wirkung der Verlust eines keuschen Textilstücks auf die Wettkampfleistung haben kann. Er landete im Spitzenfeld.

Tossing the caber - Gents Tossing the caber - Gents Ein Raunen ging durch die Menge, als sich schließlich der Chief der Gorden Highlanders of Austria den immerhin 50 kg schweren, 5 Meter langen Baumstamm krallte und mit einer Bestleistung von - ich glaube 10 Meter 40 - zunächst in Führung ging. Den späteren Sieger, der - wie ich annehme - auch Gesamtsieger wurde, sehen Sie auf dem zweiten Bild. Keiner warf den Baumstamm so schön und weit (etwas über 12 Meter) wie er. Damit hätte er sicherlich auch in schottischen Profi Highland Games einen guten Platz belegt.

Und nun wollen Sie sicherlich eine Art Resümee von einem ehemaligen Caber-Champ hören - gerne! Lassen Sie sich scheiden, brechen Sie sich alle Knochen im Leib, kündigen Sie Ihren gutdotierten Job oder reißen Sie sich ein Bein aus ... aber ich bitte Sie! Versäumen Sie unter keinen Umständen die nächsten Highland Games im burgenländischen Donnerskirchen!

Für nähere Infos wenden Sie sich bitte an Chief Christoph Gänsbacher oder besuchen Sie die Website.